Offener Brief von Jaques Berndorf

BerndorfOffener Brief an:
Herrn Peter Doeppes, Redaktion Eifelzeitung DAUN
Herrn Peter Lepper, Gesellschafter, DAUN
Von Michael Preute, alias Jacques Berndorf, am Vatertag 2012

Lieber Peter Doeppes!
Lieber Peter Lepper!

Erleichtert haben wir nun feststellen dürfen, dass die fraglichen Texte, die in meinem ersten Brief eine Rolle spielten, laut eidesstattlicher Versicherung von Peter Doeppes stammten. Ich schreibe jedoch sicherheitshalber an Sie beide, weil ich es für unmöglich halte, dass einer allein einen derartigen Wust an – wie ich es sehe – Konjunktiven, Möglichkeiten, Beschimpfungen, haltlosen Verdächtigungen allwöchentlich ausgießen kann. Ich will allerdings mit meiner Meinung nicht hinter dem Berg halten, dass die Headline von der Hetzgemeinde, die Schnappatmung hat, eine Beleidigung aller Ihrer Leser war. Schnappatmung ist die  medizinische Feststellung, dass da einer stirbt. Sie beide sind für mich wirklich gnadenlos, wobei der bedrückendste Umstand wohl der ist, dass Sie nicht begriffen haben, dass Sie auf der einen Seite pausenlos eine abgrundtiefe Provinzposse aufführen, auf der anderen Seite dabei die in meinen Augen gnadenlose Vernichtung von Menschen und ihren Familien riskieren. Wissen Sie eigentlich, dass Sie auch Unbeteiligten dabei unentwegt Angst einjagen dürften? In einem solchen Klima kann doch kein Mensch leben.

Alles in allem fand ich Ihre Reaktion auf meinen Offenen Brief einfach hysterisch, und von einer „unsäglichen Hetzkampagne“ zu sprechen zeugt nicht gerade von der Gelassenheit, die man jemandem wünschen sollte, wenn er einen ganzen Landstrich in unermüdlicher Erziehungsarbeit mithilfe eines Käse-Blättchens auf Vordermann bringen möchte. Ausgenommen sind selbstverständlich die, die Ihnen nicht in den Kram passen und die sich der Einfachheit halber einen anderen Landstrich aussuchen sollten, um ihrem Ableben entgegenzudämmern, wie das einige Ihrer geschätzten Leser in Ihrem Blättchen sagen dürfen.

Sie scheinen – so stellt es sich mir dar – in all Ihrer Naivität nicht zu begreifen, dass plötzlich sehr viele Menschen massiv gegen Sie vorgehen, weil Sie - so sehe ich es – in unendlicher Arroganz und schlimmer als jeder Stammtisch es könnte, seit Jahren Ihr Blättchen grob missbrauchen und mit rüden Methoden auf alles einschlagen, was möglicherweise nicht Ihren Überzeugungen entspricht. Sie bringen es ohne mit der Wimper zu zucken fertig, einen Menschen und seine Überzeugungen anzuzweifeln, nur weil er anders denkt als Sie.

Und wenn man obendrein Verdächtigungen streut und Menschen an den Pranger stellt, dann ist diese Methode aus meiner Sicht nicht nur einfach hinterhältig, sondern auch ausgesprochen feige. Ein krasses Beispiel für Feigheit ist für mich die Berichterstattung über Hans-Peter Felten vom NABU in Daun, der in Ihrem Käseblättchen mit den Unterschriften von CDU-Politikern angegriffen wird. Dieser Mann sorgt sich um das, was Sie beide, Peter Lepper und Peter Doeppes, in meinen Augen ausdrücklich nicht tun: Er kümmert sich in herausragender Weise um die Eifel, ganz unaufgeregt und ganz liebevoll. Das Gleiche übrigens leistet der Landrat Heinz Onnertz.

Lieber Mitgesellschafter Peter Lepper! Meine herzlichen Grüße an Sie! Verlieren Sie nicht den Mut. Den nächsten Brief an mich kriegen Sie sicher besser hin. Es kommen irgendwann bessere Zeiten.

Ich bin nicht Teil der von Ihnen so genannten Monschau-Gruppe, oder Onnertz-Gruppe, oder Grau-Gruppe, oder Kramp und Co-Gruppe. Ich werde auch nicht von meinem Verleger Ralf Kramp vorgeschoben oder instrumentalisiert. Es handelt sich vielmehr um Freundschaften, und die verlangen natürlich gegenseitige Hilfen. Freundschaften, wem sage ich das, sind selten.

Es bleiben also zwei aus meiner Sicht nicht geklärte Punkte zwischen uns:

Machen Sie endlich kenntlich, wer in Ihrem Blatt was verfasst, damit jedermann erkennen kann, wer da schreibt. Und damit jeder die Möglichkeit bekommt, darauf zu antworten und zu klagen.

Betreiben Sie fairen Journalismus.

Damit auch Schluss ist mit diesen in meinen Augen nicht beweisbaren, üblen Anspielungen, die Menschen infrage stellen, einem bösartigen Verdacht aussetzen, sie kriminalisieren. Verstecken Sie sich nicht – wie Sie das meiner Meinung nach bisher getan haben – hinter Leserbriefen. Und beenden Sie den Zustand, ohne für mich erkennbare harte Beweise pausenlos auf Menschen und ihre Familien einzudreschen.

Ich rede doch auch nicht vom „angeblichen Journalisten Doeppes, der eigentlich Industriekaufmann ist“. Und ich rede auch nicht vom „Mitgesellschafter, der nicht einmal einen ordentlichen Brief zustande bringt“.

Und, ja, das hätte ich fast vergessen: Achten Sie darauf, dass in Ihrem geschätzten Organ Verstorbene keine Leserbriefe unterschreiben.

Mit freundlichen Grüßen

Jaques Berndorf

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