Berndorf: „So etwas nicht einreißen lassen“

Wospi2504_1Aus dem Wochenspiegel vom 25.04.2012

Autoren aus der Eifel kritisieren Berichterstattung in regionalem Anzeigenblatt

Ein „Offener Brief“ soll aufrütteln. Genau das wollte Michael Preute alias Jacques Berndorf als er dieses Mittel einsetzte, um Peter Lepper, Unternehmer und Vorsitzender der Bürger-Union Vulkaneifel (BUV), aufzufordern die „Eifel-Zeitung“ nicht für seine politischen Zwecke zu missbrauchen und lokale Politiker in Misskredit zu ziehen.

DAUN. Über die „Techni-Ropa Holding“ hält Lepper indirekt 50 Prozent an der „Eifel-Zeitung“. Er antwortete Preute - ebenfalls in einem „Offenen Brief“ - in dem er eine redaktionelle Einflussnahme bestreitet, noch für die Zeitung schreibe.

Der WOCHENSPIEGEL sprach mit Michael Preute und dem Autor und Verleger Ralf Kramp, der ihn in seinem Anliegen unterstützt.

Warum haben Sie sich in einem „Offenen Brief“ an Peter Lepper gewandt?
Preute: Ich wollte Öffentlichkeit herstellen. Es gibt  ganz bestimmte Verformungen von politischem Leben und Stil. Da bin ich kindlich trotzig. Man darf so etwas nicht einreißen lassen, denn es geht um eine schlimme Form von Stammtischpolitik, der in jüngster Vergangenheit immer mehr Menschen zum Opfer fallen. Ein Beispiel: Landrat Onnertz ist Jurist. In Artikeln der ,Eifel-Zeitung’ wird diese Berufsbezeichnung in Anführungszeichen
gesetzt. Das lässt jede Menge Raum für die Infragestellung einer Persönlichkeit. Da werden Menschen einfach kaputt gemacht. Heinz Onnertz
hat übrigens nichts von dem ,Offenen Brief’ gewusst. Auch sonst werden in der ,Eifel-Zeitung’ einfach einmal Behauptungen in die Welt gesetzt, denn irgendetwas bleibt ja immer hängen.

Kramp: Mit Ignorieren ist es dann nicht getan. Im Hinterkopf bleibt immer, dass ohne ein Feuerchen noch niemals Rauch entstanden ist. Ich habe das Gefühl, dass sich die Leute oft nicht trauen dagegen vorzugehen. Sie haben Angst aufzubegehren, denn Peter Lepper ist immerhin der größte Arbeitgeber der Region.


Was hat Sie ermutigt diesen Schritt zu wagen?
Kramp: Die Initialzündung kam bei einer Informationsveranstaltung zur Situation der ,Kreissparkasse Daun’. Da haben Vertreter fast aller im Landkreis vertretenen politischen Parteien offen gesagt, dass die Berichterstattung der ,Eifel-Zeitung’ nicht hinzunehmen sei. Und dann kam jemand und präsentierte mir den Aufkleber ,Keine Eifel-Zeitung’. Den habe ich mit einer entsprechenden Resonanz bei ,Facebook’ gepostet. Wir haben bereits 10 000 Aufkleber verteilt und es gibt noch viele Anfragen. Als Michael den ,Offenen Brief’ schrieb, war mir klar, dass eine Bombe hochgeht. Eine
solch’ massive Gegenwehr hat Lepper noch nie erfahren. Und plötzlich kommen Menschen auf einen zu, und geben ,Geschichten’ preis.

Welche Reaktionen haben Sie bekommen?
Preute: Es gab keinen einzigen Brief, der mich erreicht hat, der mein Anliegen nicht unterstützt hätte. Auch die Reaktionen auf ,Facebook‘ waren durchweg positiv. Das war sehr erfreulich und bestärkt mich in der Sache noch mehr, denn meine Wahrnehmung deckt sich mit der vieler Anderer.

Kramp: Die Resonanz war wirklich gut. Viele haben sich mit unserer Sache solidarisiert. Wirklich fundierte Kritik gab es nicht. Wie soll es weiter  gehen?

Preute: Als nächstes werden wir eine Homepage (www.keine-eaz.de) im Internet veröffentlichen. Eines haben wir bereits jetzt erreicht: die Leute wissen, dass wenn sie sich angegriffen fühlen ,sich zur Wehr setzen können. Peter Lepper scheut bisher den Nachweis, dass die BUV und die ,Eifel-
Zeitung‘ nicht verknüpft sind. Meiner Meinung nach, sollte er sich auf die Sachen konzentrieren, die er als Unternehmer kann.

Kramp: Wir wollen erreichen, dass die ,Eifel-Zeitung’ künftig journalistisch sauber arbeitet und Kommentar und Berichterstattung trennt.

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