Pressespiegel - Kleines Buch mit großer Sprengkraft

Wochenspiegel, 14.01.2014

Das kleine Taschenbuch mit dem Titel »13½« wäre nicht geschrieben worden, wenn nicht einige unvorhersehbare Wendungen im Leben von Heinz Onnertz eingetreten wären. Nach seinem vorzeitigen Rückzug aus dem Amt, der im Sommer 2012 bundesweit für Schlagzeilen sorgte, hat Onnertz nun mit dem notwendigen Abstand zu den Ereignissen eine ganz persönliche Bilanz seiner Tätigkeit als Landrat gezogen.

»Inzwischen bin ich über alles hinweg«, sagt Heinz Onnertz rückblickend. Dabei waren die Umstände, die zu seinem vorzeitigen Rückzug aus dem Chefbüro im Dauner Kreishaus führten, alles andere als gewöhnlich: Nach einer monatelangen Medienkampagne gegen ihn sah Onnertz im Sommer 2012 seine Gesundheit gefährdet. Sichtlich angeschlagen erklärte er damals vor der versammelten Presse seinen Abschied in den vorzeitigen Altersruhestand.

 

In der Folge berichteten überregionale Zeitungen wie die »Süddeutsche« und verschiedene Fernseh-Magazine über die Geschehnisse rund um Onnertz, die »Eifelzeitung« (EAZ) und die Allianz aus CDU und der Partei des Dauner Unternehmers Peter Lepper, der »Bürgerunion Vulkaneifel« (BUV).

»Mir geht es heute in meinem Buch um die historische Richtigstellung der damaligen Ereignisse«, erklärt Heinz Onnertz im Gespräch mit dem WochenSpiegel. »Ich will zeigen, dass nicht alles so war, wie es in der EAZ gestanden hat!«

Schreiben als Erleichterung

Die Idee zu dem Buch sei ihm beim Ausräumen seines alten Büros gekommen. Viele Unterlagen aus der Zeit als Landrat seien ihm zu schade zum Wegwerfen gewesen. »Also habe ich erst aufgeschrieben, was ich anschließend entsorgen wollte«, erklärt Onnertz. »Das Schreiben war dann fast so etwas wie eine Erleichterung«, schreibt der Ex-Landrat im Vorwort zu seinem im Eigenverlag erschienenen Buch. Der Titel »13½« spiegelt die Anzahl der Jahre wider, die er ab 1999 als Chef der Dauner Kreisverwaltung bis zum Juli 2012 im Amt war.

Geld verdienen will Onnertz nicht mit seinem literarischen Debüt – ganz im Gegenteil: Die Kosten für Produktion und Druck hat er aus der eigenen Tasche bezahlt. Eine Schutzgebühr in Höhe von fünf Euro pro Exemplar fließt an den »Verein zur Förderung der Jugendarbeit im Landkreis Vulkaneifel«.

Onnertz lässt "Bombe platzen"

Aber lohnt sich denn die Lektüre? – »Ich lasse in dem Buch schon die eine oder andere Bombe platzen«, verrät der Autor. So will er zum Beispiel darlegen, wie es dazu kam, dass in der »EAZ« mehrere Leserbriefe mit gleichlautenden Passagen erschienen sind, unterschrieben von der ersten Garde der Kreis-CDU. »Ich kann alle Aussagen belegen. Und das ist letztlich nur die Spitze des Eisbergs, denn viele Dokumente sind nicht öffentlich«, berichtet Onnertz.

Premieren-Lesung

Das Buch »13½« stellt Heinz Onnertz am Dienstag, 21. Januar, ab 19.30 Uhr im Rahmen einer öffentlichen Lesung im Dauner »Forum« vor. Der Eintritt ist frei. Danach ist es zum Preis von 5 Euro in den Buchhandlungen Aurel in Daun, »Lesezeichen« in Hillesheim und Raabe in Gerolstein erhältlich.

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